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Grandiose Natur und edle Wiesen – Eine Golfreise durch Neuseeland (Teil 1)

Grandiose Natur und edle Wiesen – Eine Golfreise durch Neuseeland (Teil 1)

Denkt man an Neuseeland, kommen einem Schafe, Kiwis und Herr der Ringe in den Sinn. Sportinteressierten fallen vielleicht noch die All Blacks ein, die berühmte Rugbymannschaft des „Landes der langen weißen Wolke“, wie die Maori das Land bei seiner Entdeckung genannt haben. Wer weiß schon, dass es hier etwa 400 Golfplätze gibt und Neuseeland damit das Land mit der höchsten Golfplatzdichte pro Einwohner der Welt ist?

Von den gut 4,5 Millionen Einwohnern Neuseelands spielen etwa 500.000 Golf – und der Golftourismus boomt. Nicht nur australische und amerikanische Golfer haben ihre Liebe für die Plätze des Pazifikstaates entdeckt, sondern auch die Asiaten: Von ihnen bilden die Chinesen mit einem Zuwachs von über 40 Prozent im letzten Jahr die drittstärkste Gruppe.

Top-Plätze

Neuseeland bietet außergewöhnliche Top-Golfplätze mit atemberaubenden Ausblicken: auf Klippen, die tief hinab in den türkisfarbenen Südpazifik fallen, auf stahlblaue Seen, malerische Landschaften oder auf die zum Greifen nahen und bis zu 2.300 Meter hohen Gebirgsketten.

Stellt man sich die Frage, ob man die Nord- oder die Südinsel besuchen sollte, kann es, nicht nur aus Golfer-Sicht, nur eine Antwort geben: beide! Dabei lautet die Empfehlung, auf der Südinsel anzufangen und sich so die Highlights der Golfreise für den Schluss aufzuheben.

Die meisten beschriebenen Top-Plätze der Nord- und Südinsel befinden sich im Privatbesitz, sind aber für Gäste zugänglich. Man benötigt eine Tee-Time, die jedoch problemlos zu kriegen ist, sofern man sich rechtzeitig darum bemüht. Während sich die Plätze der Südinsel auf das Gebiet von Queenstown konzentrieren, liegen sie auf der Nordinsel weit verstreut.

Vorab: Jeder Platz ist ein optischer und spielerischer Genuss – und man kann sich Zeit lassen, die jeweilige Szenerie aufzusaugen: Es kann vorkommen, dass man weit und breit niemanden sonst auf dem Platz wahrnimmt, als sei man allein.

Golf in Neuseeland bietet für jede Spielstärke und jeden Geldbeutel etwas Passendes. Den Großteil der Plätze kann man zu sehr moderaten Konditionen (umgerechnet zwischen 18 und 50 Euro) spielen, auch wenn man kein Einheimischer oder Mitglied eines neuseeländischen Clubs ist – denn Kiwis zahlen teilweise nur die Hälfte. Die Greenfees der absoluten Weltklasseplätze sind allerdings genauso ‚outstanding‘ wie ihre Bewertungen.

Allen voran stehen die zwölf Top-Plätze, die von der Organisation „Golf Tourism New Zealand“ Marquee-Courses getauft wurden. Größtenteils handelt es sich hierbei um Privatplätze, die keine Mitglieder aufnehmen, wohl aber Greenfee-Spielern die Möglichkeit geben, sie kennenzulernen. Ihre landschaftlichen Szenerien lassen einen das Golfen oft vergessen und zaubern ein breites Grinsen ins Gesicht. Sie spielen zu dürfen, ist Golf-Genuss in seiner höchsten Form.

Südinsel – Queenstown

Queenstown mit malerischem Umland

Queenstown mit malerischem Umland

Sowohl das touristische als auch das golferische Zentrum der Südinsel ist die Gegend um Queenstown, das wunderschön am Lake Wakatipu, inmitten der südlichen Alpen, liegt. Man erreicht es von Auckland in weniger als zwei Flugstunden.

Jack’s Point liegt etwa 20 Minuten von Queenstown entfernt, eingebettet zwischen den Bergen der Remarkables Mountain Range und dem Lake Wakatipu. Der Blick schweift über das weitläufige, offene Gelände – sei es, auf das bis zu 2.300 Meter hohe Bergpanorama mit seiner an einen Drachenrücken erinnernden Gipfelkette oder auf den majestätisch anmutenden, direkt angrenzenden stahlblauen See.

Jack's Point, Green 7

Jack’s Point, Green 7

Eine raue, hügelige Landschaft mit Weiden, das Rough aus wogenden, hohen Büscheln robuster, goldgelber Tussok-Gräser und die schroffen Felsformationen kennzeichnen sein Layout. Große, kunstvoll angelegte Steinwälle aus Materialien der umliegenden Berge sind eine weitere Besonderheit und unterstreichen die bizarre Landschaft.

Jack's Point, Loch 18

Jack’s Point, Loch 18

Seine enorme Weite vermittelt ein besonderes Gefühl von Ruhe und Gelassenheit. Die Fairways und Grüns sind großzügig bemessen, der Platz scheint nicht zu enden. Einige blinde Löcher und das Rough sind neben viel Wind die besonderen Herausforderungen dieses 2008 eröffneten Platzes. Die erheblichen Höhenunterschiede mit den daraus resultierenden atemberaubenden Abschlägen und anspruchsvollen Schlägen ins Grün zählen zu seinen Herausforderungen.

Jack's Point, Halfway: BernieÕs Caravan Bar

Jack’s Point, Halfway: BernieÕs Caravan Bar

Jack’s Point
Design: John Darby
18 Loch, Par 72, 6.388 m
GF: 143 Euro, inkl. Cart
www.jackspoint.com

Bernie’s Caravan Bar bietet Getränke und frisch gebackene Muffins – eine Besonderheit, denn Halfway-Stationen sind in Neuseeland unüblich. Die Natürlichkeit und Lockerheit der Kiwis fällt hier besonders auf: Kinder baden in dem vor dem super-modernen Clubhaus angelegten See und fahren Kajak. Danach sitzen sie dann pudelnass bei ihren Eltern, die dort ihre Flat Whites (Milchkaffees) genießen, die in ganz Neuseeland Spitzenklasse sind.

The Hills, der an die ehemalige Goldgräberstadt Arrowtown grenzt, ist der exklusivste Platz des Landes. Er befindet sich im Privatbesitz des Juweliers Sir Michael Hill, der aus dieser Gegend stammt.

The Hills (Foto: Mark Alexander)

The Hills (Foto: Mark Alexander)

Die Südalpen bieten die eindrucksvolle Kulisse für den Kurs, der auf dem über 200 Hektar großen Gelände einer Rotwild-Farm bis zu 360 Meter über dem Meeresspiegel zur Ausrichtung der NZ Open errichtet wurde. Nur einige wenige Löcher reichen bis an die Häuser der Einwohner von Arrowtown heran, ansonsten dominiert die Natur.

The Hills
Design: John Darby
18 Loch, Par 72, 6.596 m
GF: 378 Euro, Cart: 31 Euro
www.thehills.co.nz

Große Flächen mit neuseeländischen Gräsern und gelegentlich ins Spiel kommende graue Felsen dominieren seine Optik. Seen, Wasserläufe und Sumpfgebiete runden diese ab. Erhebliche Höhenunterschiede führen dazu, dass die vielen abschüssigen Schläge ins Grün besonders reizvoll sind.

The Hills, Kunst auf dem Platz: „The Wolves are coming"

The Hills, Kunst auf dem Platz: „The Wolves are coming“

The Hills, Kunst auf dem Platz

The Hills, Kunst auf dem Platz

The Hills ist ausgesprochen fair und besticht nicht nur durch seine eindrucksvolle Szenerie sondern ebenso durch eine wohl weltweit einmalige Besonderheit: Der Platz ist ein Ort zeitgenössischer Kunst. An 13 der 18 Löcher befinden sich Skulpturen einheimischer oder internationaler Künstler, die genauso individuell wie die einzelnen Löcher gestaltet und harmonisch in die Natur integriert sind. Das beeindruckendste Werk steht auf einem Hügel am 18. Loch. „The wolves are coming“ vom chinesischen Künstler Liu Ruo Wang besteht aus einem schwertschwingenden Krieger mit einem übergroßen Helm, der sich gegen ein Rudel aus 110 lebensgroßen Wölfen zur Wehr setzt. Der Krieger allein wiegt mehr als drei Tonnen.

The Hills, Clubhaus (Foto: Mark Alexander)

The Hills mit Clubhaus (Foto: Mark Alexander)

Erwähnenswert ist auch das hypermoderne und mehrfach preisgekrönte Clubhaus samt riesiger Glasfront.

Obwohl erst 2007 eröffnet, fanden hier bereits zwei New Zealand PGA Championships und sechs NZ Open statt – 2017 gemeinsam mit dem nahegelegenen Millbrook Club, dessen 27 Löcher eine interessante Ergänzung der beiden anderen Plätze darstellen. Es ist eine typische Resort-Anlage nach amerikanischem Muster, die mehrfach als bestes Golf-Resort des Südpazifik-Raumes ausgezeichnet wurde, zuletzt 2016.

(Teil 2 der Golfreise durch Neuseeland folgt in Kürze.
Die gesamte Geschichte finden Sie in der Print-Ausgabe 2017/3 der GOLFaktuell)

Praktische Reisetipps

Neuseeland erreicht man über die Drehkreuze in Arabien, Asien oder den USA. Cathay Pacific fliegt zum Beispiel von Düsseldorf mit dem neuen A350 über Hongkong nach Auckland (Stopover-Option). Die reine Flugzeit beträgt dann „nur“ zweimal ca. 11 bis 12 Stunden, sodass sich die Zeitverschiebung von zwölf Stunden besser ertragen lässt.

Neuseeland ist Schafland

Neuseeland ist Schafland

Die beste Reisezeit ist Februar bis Mitte März, was unserem Spätsommer entspricht. Die Sommerferien in Neuseeland sind dann zu Ende, die vielen asiatischen Touristen nach dem Ende der Chinese-New-Year-Feierlichkeiten wieder abgereist und die an sich ohnehin nicht übervölkerte Insel noch ruhiger. Außerdem ist das Licht dann ein ganz besonderes, was dazu führt, dass die Landschaften auf der Südinsel in einem Spektrum brauner und goldgelber Farben glänzen und das leuchtende Hellgrün der riesigen Weiden auf der Nordinsel von einer Intensität ist, die diese unnatürlich wirken lässt. Der türkisfarbene Ozean sowie die hellblau strahlenden Seen runden die beeindruckende Farbpalette der Natur ab.

Die Temperaturen bewegen sich zwischen 15 und 25 Grad, mit Ausschlägen nach unten und oben. Tendenziell ist es auf der Nordinsel wärmer, das Klima dort dann gemäßigt bis subtropisch. Regen muss man immer einkalkulieren.

Man sollte Zeit mitbringen, um dieses faszinierende Reise- und Golfjuwel kennenzulernen. Ein Minimum von drei Wochen ist ratsam, wobei auch sechs Wochen zu keinem Tag Langeweile führen. Wer sich für die kürzere Variante entscheidet, kann die größeren Distanzen bequem mit kurzen, preiswerten Inlandsflügen überbrücken. Für einige Strecken bietet sich ein Mietwagen an.

What else to do – Südinsel

Shark jumpIn der Gegend um Queenstown kann man jeglichen Funsport betreiben. Den ultimativen Kick verspricht der „Hydro-Attack-Ride“, bei dem man in einem als Hai bemalten Gefährt zunächst mit 80 km/h über den See rast, dann unter Wasser taucht und danach bis zu 5 Meter in die Luft katapultiert wird.

Ganz nah an alpine Gletscher heranSehr gut lassen sich von hier aus auch die Südalpen und ihre Gletscher erkunden. Spektakulär ist ein Heli-Flug auf die Gletscher „Fox“ und „Franz-Josef“ mit Blick auf den Mount Cook (Aoraki), den höchsten Berg Neuseelands (3.724 m). Ein absolutes Muss! Aber auch zu Fuß kommt man weltweit an keinen Gletscher näher heran.

Die Stadt ist ideal, um das Weltkulturerbe „Fjordland Nationalpark“ mit dem Millford-Sound kennenzulernen. Donnernde Wasserfälle stürzen hunderte Meter tief in den Fjord. Auch der Doubtful-Sound ist sehr zu empfehlen. Lohnenswert ist eine Bootsfahrt durch den Fjord mit Übernachtung. Umgeben von absoluter Ruhe und begleitet von Delphinen und Robben ist diese Fahrt ein einmaliges Erlebnis.

Lohnenswert ist auch die Fahrt mit dem alten Dampfer TSS Earnslaw über den Lake Wakatipu zur Walter-Peak Farm. Das dort angebotene, hochwertige Gourmet BBQ-Dinner ist ebenso beeindruckend wie das rasend schnelle Scheren eines Schafes, bei dem man zuschauen kann.

What else to do – Nordinsel

In der „Capital of the Wind“ Wellington lohnt besonders ein Besuch des Museums Te Papa, das auf die Geschichte der Maori ebenso eingeht wie auf die verschiedenen Landschaften des Landes. Hier kann man im „Wohnzimmer“ ein Erdbeben nachempfinden.

Der Besuch eines Rugby-Spiels gehört zum Standard eines Neuseeland-Besuchs.

Emerald Lakes, Tongariro National Park

Emerald Lakes, Tongariro National Park

Von Taupo aus lässt sich gut der Tongariro Nationalpark erreichen, durch den die berühmte Alpine-Crossing-Tour führt. Die anspruchsvolle, eintägige Wanderung durch ein Gebiet, das einer Mondlandschaft ähnelt und Blicke auf türkisfarbene Seen und einen noch aktiven Vulkan bietet, ist so bizarr wie eindrucksvoll. Die ansonsten von Farben sprühenden Landschaften der Insel reduzieren sich hier auf diverse Grautöne der zum Teil riesigen Felsblöcke, Steine und Lavaformationen, unterbrochen von türkisfarbenen Kleksen, den Kraterseen Emerald Lakes. Hier wurden auch einige Szenen aus „Herr der Ringe“ gedreht.

Zwischen Taupo und Auckland liegt Roturua, das geothermische Zentrum des Landes. Hier brodelt und dampft es überall – und es riecht nach Schwefel. Der Boden ist warm und man verdrängt besser, was unmittelbar unter der Erdoberfläche geschieht. Die Touren durch die geothermischen Parks sind eindrucksvoll. Schlammpools mit blubbernden grauen Blasen, Teiche mit unwirklich türkis-farbenem oder zitronengelb schimmernden Wasser beeindrucken ebenso wie die Geysire, die Wasser bis zu 20 Meter in die Höhe schießen. Hier befindet sich auch das Zentrum der Maori, über deren Geschichte und Kultur man alles erfahren kann.

Napier an der Hawke’s Bay ist wohl der berühmteste Art-Deco-Ort der südlichen Halbkugel. 1931 wurde die Stadt durch ein Erdbeben stark zerstört, danach aber wieder aufgebaut. Vieles erinnert in dieser schönen Stadt an die 30er Jahre – wie die Vintage Cars (Oldtimer), mit denen man das hübsche Städtchen erkunden kann. Hier liegt auch das zweitgrößte Weinanbaugebiet des Landes. Auf einer Weingut-Tour kann man sich von der hohen Qualität der Weine überzeugen. Ein Abend in der Mission Estate Winery von 1851 sollte unbedingt eingeplant werden. Die „Elephant Hill Winery“ nähe Cape Kidnappers mit ihrem hypermodernen Design und dem in türkis gehaltenen Haupthaus ist wohl die stylischste Winery hier. Ihr Restaurant bietet neben hervorragenden Weinen auch einen traumhaften Blick auf das Meer.

 

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