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Topgolf – Ist das unsere Golf-Zukunft? Party statt Training!

Topgolf – Ist das unsere Golf-Zukunft? Party statt Training!

Ist das die Zukunft des Golf? Lachende Menschen, die meisten deutlich unter 40. Bier und Cola, Cocktails und Chips auf den Tischen.

Dazu Golfschläger, Abschlagmatten und ein Computer, der das Spiel steuert. Mehr Party als klassisches Golf. Diese Driving Range der etwas anderen Art nennt sich „Topgolf“ und ist seit Oktober 2016 die Freizeit-Attraktion von Jacksonville im Norden Floridas.

Die Topgolf-Anlage, nicht größer als ein Fußballfeld, liegt am Rande der Interstate 95, einer der großen Verkehrsadern, die den Norden und Süden der Halbinsel verbinden. Der Straßenlärm spielt keine Rolle, denn er wird locker von der wummernden Musik übertönt, die aus den hunderten Lautsprechern dröhnt.

Top-Golf für die Familie

Die jungen Leute, viele davon blutige Golfanfänger, scheint das nicht zu stören, ganz im Gegenteil. Wer nicht isst, trinkt oder Bälle in Richtung der Ziele schlägt, wippt im Sound der Musik mit. Andrea, die PR-Lady der Anlage, erzählt, dass an guten Tagen, von Donnerstag bis Sonntag, mehrere tausend Menschen pro Tag auf die dreistöckige Anlage kommen. Firmen-Veranstaltungen, Freunde, Gruppen und sogar Kinderfeste finden hier statt – insgesamt zählt die Anlage gut 300.000 Gäste pro Jahr.

Golf ist vor allem in den USA längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und das nicht nur bei den klassischen Zielgruppen. Auffallend viele schwarze Amerikaner treffen sich auf der Anlage, um Golf zu spielen, Spaß zu haben und hinterher an der Sportsbar abzuhängen. Neben den Ergebnissen des Zielgolfens laufen Sportübertragungen aus dem Bereich Golf und speziell American-Football über die vielen Bildschirme.

Vor allem junge Leute

Sportbars gibt es in den USA wie Sand am Meer – darunter aber kaum welche, in denen außer Trinken wirklich Sport betrieben wird. Die neuen Spielregeln beim TopGolf sind dabei schnell erklärt. Wie beim Darten geht es darum, den Ball möglichst mittig in einem runden Trefferfeld zu platzieren. Dieses liegt zwischen vierzig und hundertfünfzig Meter von der Abschlagbox entfernt. Der Computer erledigt die lästige Zählarbeit und jeder Abschlagbox sind Bälle mit einem speziellen Code in einem implantierten Chip zugeordnet. Fehlerquote seitens der Maschine: Null. Die gestellten Schläger sind butterweich, das jedoch interessiert die Anfänger nicht. Erfahrene Golfer bringen ihre eigenen Eisen und Hölzer mit. Hilft aber auch nicht wirklich, denn die One-Piece-Bälle sind träge. Erfreulicherweise geht es nicht um Weite, sondern darum, Ziele zu treffen und gegen die Freunde zu gewinnen. Ob die Bälle nur ins Ziel rollen oder eine hohe, elegante Flugbahn hinter sich haben, ist weitgehend egal.

Zwei Stunden Verweildauer

Der Durchschnittsbesucher bleibt zwei Stunden, die Gruppen zählen im Schnitt vier Personen. Die Geschlechterverteilung ist ganz unamerikanisch: 68 Prozent männlich und 32 Prozent weiblich. Ansonsten stellen Männer in den USA den Löwenanteil bei den Golfern: 96 Prozent. Interessant auch die Verteilung nach Alter: 15 Prozent sind 17 und jünger, den Hauptanteil stellen die 18- bis 34-Jährigen mit mehr als der Hälfte (53 Prozent). Je 15 Prozent gehören den Altersgruppen 35 – 44 und 45 – 64 an. Nur 2 Prozent sind älter als 65.

Ein Mann mit Drive: Ken May, der Generaldirektor des Unternehmens TopGolf. Foto: TopGolf

Gehören denn auch Golfer zur Klientel? Ja, 56 Prozent der TopGolf-Kunden spielen einmal monatlich (33 Prozent oder einmal wöchentlich (23 Prozent) Golf. Allerdings: 45 Prozent der Kunden spielen klassisches Golf einmal oder weniger als einmal pro Jahr.

Die Preise sind angemessen. Für eine Abschlagbox für bis zu sechs Spieler zahlt man zwischen 25 und 45 Dollar je nach Tageszeit. Eine einmalige Mitgliedskarte zu 5 Dollar pro Spieler ist nötig, um dem Computer zu sagen, wer gerade spielt. Essen und Getränke gehen extra. Die Preise hierfür bewegen sich aber im ortsüblichen Rahmen. Eine Cola und ein Burger kommen auf rund 12 Dollar. Geschätzter Mindestumsatz pro Kopf: rund 25 Dollar pro Stunde. Das privat geführte Unternehmen gibt mit Hinweis auf die nicht vorhandene Veröffentlichungspflicht der Geschäftsergebnisse selbst keine Zahlen preis. Bei weltweit 12,2 Millionen Gästen ergibt sich hochgerechnet allerdings ein Mindestumsatz in gut dreistelliger Millionenhöhe.

Die Idee startete im Jahr 2000

Geboren wurde die Idee auf einer Driving Range in Texas im Jahr 2000. Die Brüder Jolliffe waren gelangweilt vom ewigen Bälleklopfen auf der Range und begannen, sich Ziele auszusuchen und auf ihre Treffer zu wetten. Dazu gab es Snacks und Drinks. Daraus entwickelten sie das heutige Konzept und brachten es zur Serienreife. Heute haben sich die Brüder aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und halten Anteile der florierenden Firma.

Gesamtansicht zurück auf die Abschlagboxen

Die erste Anlage eröffnete 2008 in Dallas/Texas. Heute zählen die Eigentümer pro Jahr 12,2 Millionen Besucher weltweit, beschäftigen 13.000 Mitarbeiter und die Expansion geht jetzt erst so richtig los – auch international. Die Betreiber der Anlage haben bereits 28 Anlagen in den USA; weitere elf in den USA von Florida bis Indiana, von Texas bis Maryland sollen bis 2018 folgen. Auch der Sprung nach Europa ist geglückt: Drei Anlagen finden sich im Dunstkreis von London (Chigwell, Watford und Surrey).

Bald wird auch die erste Anlage in Australien (Gold Coast/Queensland) in Betrieb gehen. Nach Aussagen der Sprecherin, Adrienne Chance, sind die Scouts von TopGolf weltweit unterwegs, um neue Standorte zu suchen. Die Finanzdecke hierfür scheint gesichert. An den TopGolf-Anlagen sind hauptsächlich die Investmentgruppe WestRiver, der Golf-Branchenriese Callaway und die Versicherung Providence beteiligt.

Zahlreiche Preise und Auszeichnungen bestätigen den Machern, dass sie auf dem richtigen Weg sind, sowohl Angestellte wie auch Kunden glücklich zu machen. Viele der Anlagen wurden unter die Top 50 als „Bester Platz zum Arbeiten“ gewählt. Besonders erfreulich: In einer Stadt wie Las Vegas mit einem Übermaß an Vergnügungsstätten rangierte die örtliche TopGolf-Anlage bei einer Preisverleihung an Nummer 1 der „meistbesuchten Bars der Stadt“.

Bernd Stegmaier

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