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Hilton Head Island: Die Insel der Golf-Seligen

Weltbekannte Golf-Ikone: Harbour Town Golf Links, Bahn 18

Einmal auf den weltberühmten Leuchtturm zuspielen!
Der Blick auf Bahn 18 der Harbour Town Golf Links
gehört zu den unbestrittenen Ikonen des Golfsports.

Er ist nicht das einzige Highlight auf der golfverrückten Insel.

Hilton Head Island, die kleine Atlantik-Insel im südlichen South Carolina, gehört zu den beliebtesten Ferienzielen der USA. über zwei Millionen Touristen sorgen Sommer für Sommer dafür, dass auf jeden der knapp 40.000 Einwohner zwei bis drei Besucher kommen. Das macht die Insel auch für europäische Reisende interessant: Die touristische Infrastruktur ist hervorragend, 1,5 Milliarden Umsatz pro Jahr erlauben ein kulturelles, kulinarisches und nicht zuletzt golferisches Angebot, das seinesgleichen sucht.

Harbour Town Golf Links, der berühmteste Platz, ist eigentlich kein Links-Platz. Er liegt fast in Parkland, erst Bahn 17 führt auf das Meer zu, Bahn 18 macht dann einen scharfen Schwenk nach rechts. Jetzt hat man den Sund von Calibogue zur Linken und den gestreiften Leuchtturm vor sich – das ultimative HHI-Feeling.

Golden Bear Golf Club Hole #5

Sei’s drum. Ein toller Platz! Und durch das „RBC Heritage“, seit 1969 ein wichtiges PGA-Turnier in der Woche nach dem Masters, weltweit jedem Golfer bekannt. Unvergessen ist Bernhard Langers Sieg 1985, unzählige Geschichten aus der Historie des Turniers haben die Caddies zu erzählen, die jeden Spieler auf dem geschichtsträchtigen Parcours begleiten. 1974 – der junge Johnny Miller schlägt auf Bahn 17 ein As zum Sieg. 1988 – Greg Norman locht aus dem Grünbunker der 18 ein zum Sieg. 2003 – Davis Love III erzwingt mit einem 9-Meter-Chipp ins Loch ein Stechen, das er dann gewinnt.

Und, und, und. Fast gerät in Vergessenheit, dass das Sea Pines Resort 54 Löcher bietet – Heron Point wurde vor einigen Jahren von Pete Dye, Atlantic Dunes soeben von Davis Love III neu modelliert und hergerichtet. Atlantic Dunes, früher als „Ocean Course“ bekannt, ist der älteste Platz der Insel – und jetzt der jüngste, mit einem durchgängigen Dünen- und Stranddesign. „Wir haben den Platz geöffnet, spielfreundlicher gestaltet. Sie haben mehr Chancen, den Ball aus dem Wasser und den Palmen herauszuhalten“, meint Love.

Harbour Town Golf Club, Sea Pines, Bahn 2

Weiter im Osten liegt das zweite große Resort, das Palmetto Dunes Oceanfront Resort. Seine drei 18-Loch-Anlagen tragen die Namen ihrer Architekten, Robert Trent Jones, George Fazio und Arthur Hills. Der Robert Trent Jones Course, eröffnet 1970, war ebenfalls einer der ersten der Insel; bis heute ist er die klare „Nummer 2“ auf Hilton Head. Sein Signature-Hole 10, ein Par 5, ist eines von nur zwei direkt am Meer liegenden Golfbahnen auf der Insel – und folglich mit das beliebteste Fotomotiv. Der George Fazio Course von 1974, der Insel einziger öffentlicher Par-70-Course und einer der jüngsten Plätze auf der Top-100-Liste des Golf Digest, gilt als der anspruchsvollste Platz des Resorts. 1986 kam der Arthur Hills Course hinzu, dessen Lauf durch die Lagunen Wasserhindernisse an zehn Bahnen bereithält. Hier gibt es auch einen historischen Leuchtturm zu sehen und außerdem Hirsche, jede Menge Seevögel – und häufig auch Alligatoren.

Seit dem Golfplatz-Boom der 1970er und 1980er hat sich eine Reihe der bekanntesten Designer auf der Insel verewigt

Seit dem Golfplatz-Boom der 1970er und 1980er Jahre hat sich eine ganze Reihe der bekanntesten Designer auf der Insel verewigt: George Cobb gestaltete den Barony Course im ehrwürdigen Port Royal Golf & Racquet Club sowie 18 der 27 Bahnen im mit diesem in der Heritage Golf Collection verbundenen Shipyard Golf Club. Port Royal liegt im Nordwesten der Insel auf dem Gelände einer historischen Plantage. Seine ebenfalls drei 18-Loch-Anlagen sind so etwas wie ein Geheimtipp auf der Insel. Nicht so weltbekannt wie Sea Pines oder Palmetto Dunes, aber von erstklassiger Qualität und aus dem Westin Hilton Head Island gut zu erreichen.

Der Fazio Course im Palmetto Dunes Resort

Zum Verband der Heritage Golf Collection gehören noch der Shipyard Golf Club, der drei Neuner-Schleifen zu unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden kombiniert, sowie der Oyster Reef Golf Club, ebenfalls ein Geheimtipp. Der recht anspruchsvolle Platz von Rees Jones kommt regelmäßig unter die besten des Landes – und ist der Favorit der örtlichen Golfer-Gemeinde. Macht zusammen 99 Löcher – und mit diesen versucht die „Heritage-Collection“, im Wettbewerb mit Sea Pines und Palmetto Dunes zu bestehen.

Play and Stay, Wine and Dine kann, in Kooperation mit rund 1.000 (!) Hotels und Ferienhäusern, recht einfach von Deutschland aus gebucht werden, www.hiltonheadisland.org.

Der Port Royal Golf & Racquet Club bietet 54 Löcher. Foto: Robber’s Row

Last but not least: Auch „The Bear“ war nicht untätig. Jack Nicklaus zeichnet – neben seinem Beitrag zum Klassenprimus Harbour Town – für den Golden Bear Golf Club at Indigo Run verantwortlich. Der semi-private, idyllische Parkland Course mit viel Wasser liegt ganz zentral auf der Insel, nördlich der großen Lagune. Tipp: Besuchen Sie nach der Runde die Old Oyster Factory, ein schönes Seafood-Restaurant, 101 Marshland Road, über der Lagune.

Macht zusammen 99 Löcher – und mit diesen versucht die „Heritage-Collection“, im Wettbewerb mit Sea Pines und Palmetto Dunes zu bestehen

Ganz klar – für erstklassiges Golf ist auf der kleinen Insel wirklich gesorgt. Billig ist der Spaß allerdings nicht; die Übernachtungspreise sind auf Amerikas liebster Ferieninsel recht gesalzen, und nach europäischen Maßstäben muss man bei der Anzahl der Sterne gegenüber der Selbsteinschätzung der Häuser oft einen Stern abziehen. Außerhalb der Hauptsaison geht es aber mit den Preisen, und im Frühling und Herbst sind die Temperaturen ja sehr Golfer-freundlich.

Der Robert Trent Jones Course, Palmetto Dunes – ebenfalls ein weltbekannter Platz

Und es wird viel geboten: Die Restaurant-Szene ist unüberschaubar riesig. Da finden sich kulinarische Highlights für jeden Geschmack, natürlich mit Fisch und Meeresfrüchten an der Spitze. Und auch kulturell hat das Inselchen für seine Größe allerhand zu bieten: Man unterhält immerhin ein Hilton Head Symphony Orchestra und eine Bühne für Broadway Shows, das Arts Center of Coastal Carolina. Im Oktober steigt das Historic Bluffton Arts & Seafood Festival, eine Mischung aus Kunstauktion und Austern-Orgie.

Heute gilt Hilton Head USA-weit als Vorbild für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Berühmt ist auch der Hilton Head Island Concours d’Elegance, immer Ende Oktober / Anfang November, eine große Show edler Oldtimer, Boote und Flugzeuge. Dazu gibt es Sommerkonzerte, Hafen- und Lichterfeste, ein Festival der kreolischen Kochkunst, „Gullah Celebration“ genannt, und nicht zuletzt jede Menge großer und kleiner Golfturniere, mit dem RBC Heritage an der Spitze.

Dies alles auf einer Insel, die mit ihren kilometerlangen Sandstränden immer noch zuvorderst ein hoch beliebtes Ziel für den ganz normalen Badeurlaub ist – mit dem gesamten Programm an Wassersport und -spaß, auch von Naturbeobachtung, das selbstverständlich geboten wird.

Im Shipyard Golfclub kann man drei Neuner-Schleifen beliebig kombinieren. Foto: Clipper Course

Übrigens mit einem großen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Hilton Head Island wurde seit den 1950ern zielstrebig zum Urlauberparadies entwickelt, aber Investor und HHI-„Übervater“ Charles Fraser gilt zugleich als Vorkämpfer für Nachhaltigkeit und Umweltschutz: Man sieht keine Wolkenkratzer oder aufdringliche Neonwerbung, Privathäuser, Hotels und Shopping-Center ducken sich, in Erdtönen gehalten, in die Landschaft. Die Feuchtgebiete entlang der Lagunen wurden ebenso geschützt wie die Sandstrände. Auch die Resorts und Golfplätze unterliegen strengsten Umweltschutzauflagen – die in den USA unvermeidlichen „homes“ und „villas“ entlang der Bahnen des Harbour Town Golf Links etwa sind ungelogen kaum zu erkennen, so diskret und tarnfarben sind sie gehalten. Heute gilt Hilton Head USA-weit als Vorbild für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.

Fazit: Hilton Head Island hat seinen Weltruf als Golf- und Feriendestination, schlicht und einfach, völlig zu Recht. Klar, der Trip wird kein Billig-Schnäppchen, und man fliegt nicht alle naselang für ein paar Tage über den großen Teich. Aber wenn man’s tut, gehört die Insel unbedingt ganz oben auf die Liste!

Das Westin Hilton Head Island, nahe Port Royal Golf

HIlton Head Island Golf

The Sea Pines Resort
Harbour Town Golf Links
Dye/Nicklaus, 18 Loch, Par 71,
5.718 m, CR 71,4, Slope 136,
Greenfee ca. 250 USD
Herron Point
Pete Dye, 18 Loch, Par 72,
5.965 m, CR 72,0, Slope 135,
Greenfee ca. 175 USD
Atlantic Dunes
Davis Love III, 18 Loch, Par 72,
5.964 m, CR 72,2, Slope 138,
Greenfee ca. 190 USD
seapines.com

Palmetto Dunes Resort
Robert Trent Jones Course
Robert Trent Jones, 18 Loch, Par 72,
6.008 m CR 72,4, Slope 132,
Greenfee ca. 100 – 150 USD
Arthur Hills Course
Arthur Hill, 18 Loch, Par 72,
6.082 m, CR 72,9, Slope 136,
Greenfee ca. 85 – 110 USD
George Fazio Course
George Fazio, 18 Loch, Par 70,
5.975 m, CR 71,9, Slope 135,
Greenfee ca. 75 – 105 USD
palmettodunes.com

Port Royal Golf & Racquet Club
Barony Course
George Cobb, 18 Loch, Par 72,
5.983 m, CR 71,9, Slope 137,
Greenfee ca. 60 – 120 USD
Planter’s Row Course
Willard C Byrd, 18 Loch, Par 72,
6.058 m, CR 72,1, Slope 139,
Greenfee ca. 50 – 80 USD
Robber’s Row Course
Cobb / Dye, 18 Loch, Par 72,
5.771 m, CR 71,6, Slope 129,
Greenfee ca. 50 – 80 USD
hiltonheadgolf.net

Oyster Reef Golf Club
Rees Jones, 18 Loch, Par 72,
5.898 m, CR 72,2, Slope 124,
Greenfee ca 65 – 110 USD
hiltonheadgolf.net

Shipyard Golf Club
Galleon: George Cobb, 9 Loch, Par 36,
2.893 m. Clipper: George Cobb, 9 Loch,
Par 36, 3.019 m. Brigantine: W. C. Byrd,
9 Loch, Par 36, 3.067 m.
CR 72,7-73,3, Slope 133-138,
GF ca 55 – 90 USD
hiltonheadgolf.net

Golden Bear Golf Club at Indigo Run
Jack Nicklaus, 18 Loch, Par 72,
6.074 m, CR 72, Slope 128,
Greenfee ca. 60 – 85 USD
www.clubcorp.com

(Platzlängen: Herrenabschläge)

www.hiltonheadisland.org

Das Omni Hilton Head Oceanfront Resort liegt direkt zwischen Sandstrand und Palmetto Dunes

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