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Hier schreibt Johnny Hacker (Oktober 2016)

Hier schreibt Johnny Hacker (Oktober 2016)

Johnny Hacker: „Hätte, hätte, Ettikette?“

Nach dem Sieg des Team USA beim Ryder Cup stürmten die WAGs (wives and girlfriends) der Spieler zu ihren Helden – nur Rickie Fowler, kürzlich getrennt von Bikinimodel Alexis Randock, blieb, naja: auffällig ungeküsst. Fowler trug‘s mit Fassung, zog schulterzuckend die Fotografen auf sich – und wurde über Nacht zum Internet-Star. Das Bild wurde zum meistverbreiteten des ganzen Turniers …

Ich sage euch – manchen Kerlen kann man unsere gute, traditionelle Golf-Etikette einfach nicht erklären.

Die wollen’s einfach nicht verstehen! Also, ich komme letzthin von der Runde, und da sitzt so ein langhaariger Typ auf der Terrasse und nippt seelenruhig an seinem Arnold Palmer. Ihr werdet es nicht glauben: in Blue Jeans! Und weißem T-Shirt! Mit Pferdeschwanz!

Ich guck noch mal genau hin: definitiv kein Kragen an dem Shirt. „Neumitglied!“, flüstert mir Silvia, die nette Kellnerin, im Vorbeigehen zu. Alles klar. Vermutlich macht er gerade den Platzreife-Kurs. Bei diesen ahnungslosen Jungspunden muss man frühzeitig das Clubniveau deutlich machen!

Wo kommen wir denn sonst hin, denke ich und stoppe meinen ferngesteuerten Carbontrolley kurz vor den Terrassentisch. „Junger Mann. Soll das vielleicht ein Beinkleid sein!? Und … eine Haartracht?“, erkundige ich mich. „Sie verstehen, wir achten hier im Club sehr auf Etikette!“ Er schaut betroffen auf seine Jeans. „Aber … ich spiele doch gar nicht. Ich sitze nur im Café!“, meint er vorsichtig.

Was für ein blödsinniger Einwand! Aber gut, er kann es ja noch nicht wissen, denke ich und erkläre freundlich: „Das Golfspiel, junger Freund, ist eine Lebenseinstellung. Die sich insbesondere in angemessener Gewandung widerspiegelt. Etikette eben!“ Ich weise auf mein rosa gestreiftes Poloshirt und die gelbgrün karierten Knickerbocker.

„Ach so?“, grinst der Bursche mich an. „Mir hat der Trainer erklärt, bei der Etikette gehe es um Fairness, Sportlichkeit und Rücksicht auf die Mitspieler. Nicht um eine Modenschau!“

 

 

Was!? Frechheit. Das hat man davon, wenn man die Golfschule einem dahergelaufenen Engländer anvertraut! Die haben nun mal keine Ahnung vom wahren Geist des Golfspiels, denke ich. Blöderweise klingelt jetzt mein Handy im Bag – ich mach es schnell aus und lasse bei der Gelegenheit unauffällig die Zigarren verschwinden.

„Da werden Sie wohl noch an ihrer Einstellung zum Golf arbeiten müssen“, schleudere ich ihm entgegen. „Sonst wird das nichts mit der Platzreife!“ Jetzt lacht er mir frech ins Gesicht. „Soso, Sie halten das Fairway für einen Laufsteg? Also – wenn ich mit meinen Klamotten oder meiner Frisur angeben wollte – dann wäre ich Fußballspieler beim FC Bayern München! Und nicht Golfsportler.“

Der Lümmel steht auf und schultert sein Bag. „Ich zieh mich jetzt um und gehe auf die Runde“, meint er noch. „Ich will nämlich endlich runter von meinem Hcp 8,5!“

Könnt ihr euch das vorstellen!?

Nichts für ungut!

Johnny Hacker ist der "Nörgler vom Dienst" bei GOLFaktuell.

Zuweilen etwas lautstark, vielleicht auch überspitzt, aber immer treffsicher spießt Johnny Hacker die Themen auf, die – seien wir ehrlich! – auch bei uns im Golfclub die Clubhaus-Diskussionen prägen...

NICHTS FÜR UNGUT!

 

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