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Golfziel Azoren: Mehr als nur „Wetter“!

Der Batalha Golf Course auf São Miguel gehört zu den besten Plätzen Portugals. Foto: Bahn 4

Die meisten Europäer kennen die Azoren nur als Namensgeber für wetterbestimmende Hochdruckgebiete. Dabei gibt es auf den neun Inseln, die als autonome Region zu Portugal gehören, so viel zu entdecken!

Das Archipel liegt am mittelatlantischen Rücken und ist vulkanischen Ursprungs. Jede der Inseln hat dabei einen ganz eigenen Charakter. Allen gemeinsam ist aber das ganzjährig milde, vom Golfstrom bestimmte Klima und die ausgezeichnete Erreichbarkeit. Nur zwei Flugstunden dauert der Sprung vom portugiesischen Festland aus. 

São Miguel, die größte Insel des Archipels, bietet eindrucksvolle grüne Landschaften, postvulkanische Erscheinungen, bizarre Steilküsten und sandige Badestrände. Die Hauptstadt Ponta Delgada bezaubert mit einer Vielzahl historischer Gebäude und dekorativen, schwarz-weiß gepflasterten Gehwegen. Kleine Restaurants und Bars locken mit moderaten Preisen und freundlichen Menschen. Von hier aus sind alle Sehenswürdigkeiten über hervorragend ausgebaute Straßen in kurzer Zeit erreichbar – ebenso die beiden Golfplätze der Insel.

Der Clube de Golfe Terceira liegt auf luftigen 375 Metern Höhe

Auf dem Weg nach Norden, ins Innere der Insel, geht es vorbei an grünen Weiden mit kleinen Kühen. Die Straßen schrauben sich höher und höher, die Vegetation wird dichter. Und nach etwa zwölf Kilometern erreicht man den Batalha Golf Club.

Das von Cameron Powell auf 120 Hektar erbaute 27-Loch-Schmuckstück gilt als einer der besten Plätze Portugals. Nach Norden hin schweift der Blick über das Meer, im Osten und im Süden fällt er auf eine beeindruckende Bergwelt. Der Platz wurde sehr aufwendig auf vulkanischem Gestein erbaut. Dadurch entstand ein interessanter Kontrast zwischen dem Grün der Bahnen und den rauen Wäldern auf steinigem Boden.

Meerblick vom Furnas Golf Course

Die Löcher sind lang und breit, die hügeligen Greens sind groß und werden von riesigen Bäumen flankiert. Signature-Hole ist die Bahn 6 des B-Kurses: ein atemberaubendes Par 3 mit wunder-barem Blick.

Die botanischen Besonderheiten der isoliert liegenden Insel lassen sich besonders gut im historischen Park Terra Nostra entdecken, etwa 45 Minuten vom Batalha Golf Club Richtung Osten. Der Park liegt im Örtchen Furnas, inmitten des gleichnamigen Tals (der eigentlich ein Vulkankrater mit noch immer brodelnden heißen und kalten Mineralquellen ist). Der seit 1775 bestehende Park beherbergt auf 12,5 Hektar nicht nur mehr als 2.000 Pflanzen- und Baum-Arten, darunter preisgekrönte Magnolien und die für die Azoren typische Strelitzie, sondern auch ein aus natürlichen vulkanischen Quellen gespeistes 37° Grad warmes Thermalbad, dessen Wasser aufgrund des Eisengehalts kräftig rostrot gefärbt ist. Zugang zum Park erhält man durch das architektonisch interessante Art-Deco-Hotel „Terra Nostra Garden Hotel“.

Die Löcher schlängeln sich durch eine Landschaft mit spektakulären Naturschönheiten.

Dem Kratersee „Lagoa das Furnas“ verdanken die Azoren auch eine ihrer größten Spezialitäten, „Cozido das Furnas“. Am Ufer des Sees wabern schweflige Dämpfe aus dem Erdboden. Hier haben einige findige Azoreaner, allen voran Tony vom Restaurante Tony’s, kleine Schächte in die aktiven Fumarolen gegraben, um die vulkanische Hitze zum Kochen zu nutzen. Morgens werden große Töpfe mit Fleisch, Wurst und Gemüse gefüllt, in die Schächte hinabgelassen und mit Erde bedeckt. Gegen Mittag kommen die Köche zurück an den Kratersee, um das fertig gegarte Essen auszugraben und schnell mit dem Auto zum Restaurant zurückzubringen, wo es dann ganz normal am Tisch serviert wird.

Der Batalha Golf Course auf São Miguel gehört zu den besten Plätzen Portugals. Foto: Bahn 4

Überhaupt wird hier auf gutes Essen besonders Wert gelegt. Lokale Köstlichkeiten sind Rote Bete mit Schmand und einheimischen Wildkräutern, frittierte Tintenfischarme auf Hirse oder Schweinefleisch auf Apfelmus-Senfsauce mit Ananaswürfeln. Dazu gibt es traditionell geschmorten Rotkohl und geflämmtes Baiser mit knusprigen Mandelkrümeln und einem frischen Sorbet. Auf der Nordseite der Insel liegen übrigens Europas einzige Teeplantagen. Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts wird hier Tee angebaut.

Nur etwa zehn Kilometer von Lagoa das Furnas entfernt befindet sich der zweite Golfplatz der Insel, der vom berühmten schottischen Architekten Mackenzie Ross bereits 1936 entworfene Furnas Golf Course. Unter der Leitung des Briten Cameron Powell wurden 1986 neun weitere Löcher hinzugefügt, die jedoch den ursprünglichen Charakter des Platzes nicht verändert haben. Die Löcher schlängeln sich durch eine Landschaft mit spektakulären Naturschönheiten. Der Platz inmitten der majestätischen japanischen Sicheltannen, mit raffiniert geformten Grüns, ist von sanfter Natur aber ohne Zweifel ein wahrer Test für Fähigkeiten und Feinheiten. Der Furnas Golf Course wurde vom Golfdigest USA 2014 zum zweitbesten Golfplatz Portugals gewählt.

Der dritte Platz des Archipels, Clube de Golfe Terceira, liegt inmitten der eiförmigen Insel Terceira, nur wenige Kilometer von Angra do Heroísmo, der Hauptstadt Terceiras und ältesten Stadt der Azoren, entfernt. Der Championship-Course besteht aus vielen Hügeln, kleinen Seen und wird von üppigen Azaleen und Hortensien, aber nur wenigen Bunkern gesäumt. Der Platz, der als einfachster Kurs der Azoren gilt, wurde bereits 1954 eröffnet und liegt auf luftigen 375 Metern über dem Meeresspiegel.

Der Kratersee Lagoa do Fogo auf São Miguel

Die Kirche São João Baptista auf Terceira

What Else To Do:

São Miguel 

Allein für den Besuch der Hauptinsel sollte man mindestens eine Woche einplanen. Es locken das Naturschutzgebiet Bacia das Sete Cidades mit den grünen und blauen Seen, die ineinander übergehen, sowie der Lagoa do Fogo, ebenfalls ein Kratersee. Schön auch der warme Wasserfall in der Caldeira Velha am Vulcao do Fogo. In Ponta Delgada lohnt sich der Besuch des größten religiösen Festes der Azoren, „Festas do Senhor Santo Cristo dos Milagres“, das jedes Jahr fünf Wochen nach Ostern stattfindet. Die östliche Inselseite verspricht ursprüngliche Natur und spektakuläre Sonnenaufgänge über dem Ozean.

In der Nähe von Ribeira Grande liegt mit dem Sandstrand Santa Barbara eine der schönsten Badebuchten der Insel. Flankiert von schwarzen Vulkansteinen lohnt ein Badestopp. Die hölzerne Promenade lädt mit ihren kleinen Läden zudem zu einem ausgedehnten Bummel ein.

Wer seine Zeit auf der Ilha Verde (so wird São Miguel wegen seines üppigen Grüns auch genannt) jenseits der Golfplätze aktiv verbringen möchte, kann die Geotope auf ausgewiesenen Wegen erwandern oder mit dem Fahrrad erkunden. Vielseitige Sportmöglichkeiten am, im und auf dem Wasser locken Taucher, Segler, Surfer und Gleitschirmflieger. Kajak- und Kanufahren sowie Canyoning ist an mehreren Orten auf der Insel möglich. Naturfreunde können vor der Küste Meeressäuger beobachten, und mehr als 200 Vogelarten sind auf São Miguel zu entdecken. Die vulkanischen Aktivitäten bescheren der Insel etwa 30 Varianten mineralhaltigen und therapeutisch nutzbaren Wassers, sodass auf den Azoren auch das Thema Wellness großgeschrieben wird.

Weitere Inseln

Wassersport und Wandern ist auf allen Inseln möglich und auf jeder entdeckt man andere Ausprägungen der vulkanischen Entstehungsgeschichte. Santa Maria gehört mit São Miguel zur Östlichen Gruppe. Sie hat den weißen Strand Praia Formosa, eine einzigartige rote Sandwüste und die Columbus-Bucht zu bieten – hier machte einst Christoph Kolumbus Station auf der Rückreise von Amerika. Auch gibt es Fossilien zu entdecken.

Die Zentralgruppe der Azoren besteht aus fünf Inseln, u. a. Terceira. Graciosa ist klein, hier findet man begehbare Vulkanschlote und natürliche Thermalschwimmbecken. São Jorge ist langgezogen wie eine Speerspitze und berühmt für Käse, Kaffee und als Vogelheimat. Auf Pico befindet sich der höchste Berg Portugals, ein Schichtvulkan – und hier wird Wein angebaut. Empfehlenswerte Orte sind hier das Walfangmuseum und Lavatunnel, in denen man wandern kann. Faial gilt als einer der besten Tauchspots der Welt und hat im Zentrum eine spektakuläre Caldera.

 

Die Westgruppe besteht aus Flores und Corvo. Flores fasziniert mit großartigen Felsformationen und Wasserfällen. Das winzige Corvo hat nur 17,1 Quadratkilometer Fläche und besteht eigentlich nur aus einem weiten Vulkankrater und dessen Flanken, bietet aber unglaubliche Aussichten.

 

Die Plätze im Beitrag

Batalha Golf Course
Cameron Powell, 18 Loch (A+B), Par 72,
6.120 m, Slope 140
9 Loch (C), Par 36, 3.032 m
Greenfee ca. 80 Euro
www.azoresgolfislands.com

Furnas Golf Course
Ross Mackenzie, 18 Loch, Par 72,
5.955 m, Slope 117
Greenfee ca. 80 Euro
www.azoresgolfislands.com

Clube de Golfe Terceira
18 Loch, Par 72, 6.290 m
Greenfee ca. 50 Euro
www.terceiragolf.com

Die Portas da Cidade in Panta Delgada

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