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Golfplatzarchitekt Cabell Robinson: „Ich bin Traditionalist“

Golfplatzarchitekt Cabell Robinson: „Ich bin Traditionalist“

2015 wurde der Las Colinas Golf & Country Club in einer öffentlichen Wahl mit dem World Golf Award als bester Golfkurs Spaniens ausgezeichnet. Es folgte 2015 und 2016 der Preis als „Leading Villa Resort“ in Spanien. Schöpfer von Las Colinas ist der nordamerikanische Golfplatzarchitekt Cabell Robinson, der den Platz 2010 fertigstellte. Las Colinas liegt 50 Minuten südlich von Alicante und 30 Kilometer von La Manga entfernt nahe der Mittelmeerküste.

Robinson wurde 1941 in Washington D.C., sechs Meilen vom Weißen Haus, geboren. Er ging mit Rees Trent Jones, dem Sohn des legendären Robert Trent Jones Sr., auf die Graduate School. Vermittelt von seinem Mitschüler machte Robinson 1965 bei dem bedeutendsten Golfarchitekten seiner Zeit ein Praktikum und blieb seither diesem Beruf treu. Von 1967 bis 1987 arbeitete er für Trent Jones Sr. und wirkte dabei unter anderem an den Designs von Oakland Hills und Valderrama maßgeblich mit.

Seit 1988 arbeitet Robinson selbständig und entwickelte die Plätze Finca Cortesin an der Costa del Sol, Royal Palm in Marrakesch und La Reserva in Sotogrande. Robinson lebt seit den 1970er Jahren in Mijas, nahe Malaga. GOLFaktuell sprach anlässlich eines Turniers in Las Colinas mit dem angesehenen Golfplatzarchitekten.

GOLFaktuell: War es für Sie schwierig, für Las Colinas den optimalen Weg durch das hügelige Gelände zu finden?
Robinson: Nein, es war einfach, eigentlich in fünf Minuten war mir klar, wie der Platz zu verlaufen hat. Es gibt hier zwei natürliche Täler, die den Grundentwurf vorgeben, der Rest waren Details. Zudem ist die Fläche sehr großzügig, da tut man sich wesentlich leichter, seine Ideen zu verwirklichen.

GOLFaktuell: Was ist Ihre Philosophie für Las Colinas gewesen?
Robinson: Neben der Tatsache, dass sich meine Plätze natürlich in die Umgebung einpassen sollen, bin ich der Meinung, dass die Abschläge es den Spielern möglichst einfach machen sollen, den Ball auf die Fairways zu bringen. Golf ist schon so schwer genug. Auch die Fairways selbst sollten breit sein. Dafür gestalte ich die Zone um die Grüns und die Grüns selbst komplizierter.

GOLFaktuell: Das klingt nach Alister MacKenzie, der schottischen Golfarchitektenlegende.
Robinson: Ja, das stimmt. Ich habe viele Leute gehört, die sich über verlorene Bälle aufgeregt haben, drei Putts akzeptieren Spieler eher.

GOLFaktuell: Mussten Sie für Las Colinas viel Erde bewegen?
Robinson: Insofern, dass für den Anbau von Orangen und Grapefruits hier vorher Terrassen angelegt waren, ja. Diese mussten wir einebnen. Ansonsten suche ich den natürlichen Weg durch das Terrain. Da bin ich Traditionalist.

GOLFaktuell: Ist Las Colinas Ihr Meisterwerk? Sie waren am Bau von rund 30 Golfplätzen beteiligt.
Robinson: Es ist einer meiner Lieblingskurse. Auch, weil man mich hier in Ruhe hat arbeiten lassen.

GOLFaktuell: Wenn Sie betonen, Traditionalist zu sein: Was machen die jungen Architekten anders?
Robinson: Bei vielen neuen Designs geht es mir zu sehr um das Spektakel. Der Kurs muss auf dem Titel eines Golf-Magazins gut aussehen. Am Schluss merkt auch der Kunde, dass der Unterhalt dieser Plätze oft wesentlich teurer ist.

GOLFaktuell: Apropos Kosten. Ist der Beruf des Golfplatzarchitekten heute nicht ein hartes Brot, gerade in Europa?
Robinson: Ja, aber auch in den USA ist es schwierig geworden. Bis 2006 wurden jährlich 250, 300, 350 neue Kurse fertiggestellt. 2012 und 2013 wurden gerade einmal 13 neue Plätze gebaut. Meist geht es nur noch um die Überarbeitung bestehender Golfkurse. Außer Rees Jones mussten alle bekannten Golfplatzarchitekten Leute entlassen.

GOLFaktuell: Woran arbeiten Sie derzeit?
Robinson: Ich habe zwei, drei neue Projekte in der Pipeline. Es geht aber noch um Baugenehmigungen und Finanzierungsfragen, deshalb ist noch nichts spruchreif.

Das Interview führte Klaus Westermeier

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