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Golfen down under – Traumziel Melbourne

Als Tiger Woods einmal gefragt wurde, wo er denn am liebsten privat Golf spielen würde, zögerte er nicht lange mit der Antwort: „Around Melbourne“ – rund um Melbourne. GOLFaktuell sah sich in der australischen Vier-Millionen-Metropole um. Sind die Plätze so brillant, wie Experten sagen?

Commonwealth Golf Club

Commonwealth Golf Club

Wer im Commonwealth Golf Club vorfährt, erkennt rasch die Elemente, die Melbournes Plätze auszeichnen: ein gepflegtes, aber keineswegs protziges Clubhaus und ein bretthartes, pfeilschnelles und geradezu manikürtes Probegrün. Beim ersten Blick auf den Platz fallen die breiten Fairways auf, eingefasst von Bäumen, deren Vielfalt und beeindruckende Höhe an einen botanischen Garten erinnern. Über allem schwebt ein Hauch britischer Lebensart, auch wenn die Temperaturen im Sommer auf 40 Grad und mehr steigen können. Das Layout ist klar und fair. Und vor allem sind da die Bunker aus feinstem, dunkelgrauem Sand als konstituierendes Merkmal, in gehöriger Anzahl positioniert, mit Kanten, die mit der Rasierklinge geschnitten scheinen. Diese Bunker passen perfekt zu dem sandigen Untergrund dieser Gegend, der den Plätzen auch ihren Namen gibt: Sandbelt-Kurse heißen sie und befinden sich allesamt in kurzer Distanz südlich der City von Melbourne. Der Commonwealth Golf Club ist ein guter Einstiegsplatz, um diese eigene Platz-Klasse kennenzulernen, und auch der Woodlands Golf Club ist bestens geeignet, um sich erstmalig mit Melbournes Plätzen vertraut zu machen.

Metropolitan Golf Club

Metropolitan Golf Club

Zur oberen Liga der Sandbelt-Kurse zählt der Metropolitan Golf Club, Austragungsort mehrerer Australian Open, die letzten fanden hier Ende 2014 statt. Im Metropolitan ist die Faszination zu spüren, die Tiger Woods gepackt haben muss und die ihn sein Zuneigung zu Melbournes Golfplätzen kundtun ließ. Die Fairways sind bis in den letzten Winkel von so vorzüglicher Qualität, dass die beiden australischen Spitzenspieler Stuart Appleby und Robert Allenby sie kürzlich als die besten der Welt lobten. Selbst wenn man den Lokalpatriotismus mit einbezieht, bleibt der erstaunliche Eindruck, über viele Kilometer wie auf Samt zu gehen. Dieser perfekte Umgang mit dem Rasen, sicherlich ein britisches Erbe, erlaubt einen besonders guten Ballkontakt und damit ein besseres Spiel. Wie bei den meisten großen Clubs in Melbourne geht die Gründung auf die Zeit um1900 zurück. Und diese lange Tradition wird groß geschrieben, auch wenn das Clubhaus im Metropolitan Golf Club 2013 neu und in einem ansprechend modernen Stil mit viel Glas errichtet wurde.

Wer sich mit Melbournes Golfplätzen beschäftigt, stößt unweigerlich auf den bedeutenden Golfplatzarchitekten Alister MacKenzie. Der Schotte verlieh den Sandbelt-Kursen den entscheidenden Design-Impuls. Der gelernte Arzt und eher mittelmäßige Golfer reiste 1926 nach Melbourne, nachdem er zuvor schon an der Umgestaltung des Old Courses in St. Andrews mitgewirkt hatte. Während seines nur zweimonatigen Aufenthaltes beriet er unter anderem den Royal Melbourne Golf Club, dessen West-Kurs auf MacKenzies Vorschlägen beruht. MacKenzie, der einige Jahre später auch das Redesign von Augusta National verantwortete, war nicht nur einer der wichtigsten Golfplatzbauer, er fasste seine Vorstellungen auch in dem golfhistorisch bedeutenden Standardwerk „Golf Architecture“ zusammen und hat damit ganze Generationen von Nachfolgern beeinflusst. Melbournes Sandbelt-Kurse orientieren sich bis heute an vielen seiner Maximen. Nach Alister MacKenzies Credo sind Golfplätze beispielsweise nicht gemacht, damit Spieler ständig Bälle suchen, deshalb die breiten Fairways und fairen Layouts. Ein Golfplatz muss zudem für gute Spieler wie auch für höhere Handicapper gleichermaßen geeignet sein. Entsprechend sind bei den Sandbelt-Kursen die Abschläge so gestaltet, dass die Fairways ohne große Hindernisse gut erreichbar sind.

Alister MacKenzies Meisterwerk in Australien ist sicherlich Royal Melbourne, dessen Westkurs regelmäßig unter den zehn besten Golfplätzen der Welt gelistet ist. Kennern gilt Kingston Heath jedoch als nicht minder gelungen.

Victoria Golf Club

Victoria Golf Club

Zu den großen Sandbelt-Kursen Melbournes gehört auch der Victoria Golf Club. Der 1903 gegründete Club, der zuerst am Rande der damals noch kleinen City lag, zog später an seinen heutigen Standort in Cheltenham. Dieser vornehme Vorort Melbournes dürfte die höchste Dichte exzellenter Golfplätze der Welt aufweisen, liegen doch die beiden 18-Loch-Kurse von Royal Melbourne nur einen Steinwurf weit von Victoria entfernt und auch Kingston Heath ist nur einige Blocks entfernt. Die Atmosphäre des Victoria Golf Clubs ist ein wenig steifer als die der restlichen Clubs, hier trifft sich der „Old British Gentleman“ zum Golf. Ungewöhnlich der Aufbau der Spielbahnen. Der Kurs startet mit einem 233 Meter langen Par 4, dessen Grün gute Spieler leicht mit einem Schlag erreichen. Jeweils die beiden letzten Spielbahnen der Halbrunden enden mit zwei Par-5-Löchern. Auch verfolgen die Cluboberen im langen und heißen Sommer Melbournes eine andere Pflegestrategie als die meisten anderen Spitzenclubs: Die Spielbahnen werden nicht so stark künstlich bewässert. Es wird damit in Kauf genommen, dass viele trockene und braune Flächen entstehen. Der Zustand wird in Australien als „rusty“ bezeichnet. Der Vorteil: Der Ball rollt und rollt und rollt.

Kingston Heath Golf Club

Kingston Heath Golf Club

Und das Beste kommt zum Schluss: Kingston Heath – quasi die Inkarnation der hiesigen Kurse. Der enorm großzügigen Anlage gelingt die perfekte Synthese zwischen wunderbar manikürten Abschlägen, Fairways und Grüns einerseits und dem „rusty“ Charakter des naturbelassenen restlichen Geländes anderseits. Von beidem etwas haben die zum Fürchten großen Bunkerlandschaften, deren Kanten von Gräsern bewachsen sind. Viele Bäume sind in Kingston Heath so schön wie Kunstwerke, turmhoch oder auch ganz knorrig am Boden entlang wuchernd. Ein Schauspiel bieten die Flammenbäume, deren Blüten im Januar feuerrot leuchten. Die Scorekarten von vielen Großen der Golfszene, von Tiger über Greg Norman bis Adam Scott, zieren die Wände des Clubhauses. Kingston Heath ist ein wahrlich atemberaubendes Golferlebnis.

Kein Zweifel: Melbournes Sandbelt-Kurse zählen zum Feinsten, was der Golfsport weltweit zu bieten hat – und das in einem Radius von nur wenigen Kilometern. In Melbourne kommen zusätzliche exzellente Plätze hinzu, die rund 80 Kilometer südlich der Aussie-Metropole in Meeresnähe liegen. Diese über ein Dutzend Plätze auf der Mornington Peninsula besitzen allesamt Links-Charakter. Herausragend der National Golf Club mit drei 18-Loch-Designs. Aber auch The Dunes und Moonah Links gehören zu den Top-20-Plätzen Australiens. Diese wunderbaren, in die wilde Natur der Küste eingebetteten Plätze kosten nur einen Bruchteil der großen Sandbelt-Kurse und runden das Angebot Melbournes an Golfplätzen ab. Tiger Woods weiß also, wovon er spricht, wenn er die Golfplätze rund um Melbourne als seine Lieblingskurse bezeichnet.

Schlafen und Essen in Melbourne

Wer des Golfens wegen nach Melbourne kommt, sucht seine Unterkunft am besten in den südöstlichen Vororten Yarra, St. Kilda, Toorak oder Prahran Windsor. Diese Szene-Viertel mit lebendigen Boutiquen, Restaurants, Bars und Cafés liegen genau zwischen der eigentlichen City und den Kursen des Sandbelts. Von hier aus sind sowohl Melbournes Innenstadt als auch die bekannten Golfplätze in jeweils zwanzig Minuten mit dem Auto gut erreichbar. In den südöstlichen Vororten gibt es viele Apartments zu mieten, etwa über Airbnb, aber auch die kleineren Hotels lassen sich gut finden und buchen. Natürlich eignet sich auch die City selbst für Übernachtungen.

Melbourne

Melbourne

Auch wenn die britische Herkunft nicht verleugnet wird, lebt in Melbourne ein buntes Völkergemisch. Über die Jahrzehnte kamen Menschen aus 140 verschiedenen Kulturen an die Südspitze Australiens – und brachten jeweils ihre regionalen Küchen mit. Vor allem Asiens Essen sollte man in Melbourne genießen. Exzellente Restaurants gibt es in China Town an der Market Lane im Zentrum Melbournes. „The Flower Drum“ gilt als kulinarisches Highlight, aber auch viele andere Lokale bieten gute chinesische Speisen zu vernünftigen Preisen. In China Town mischen sich japanische Restaurants unter die chinesischen, die in Melbourne besonders populär sind. Little Saigon heißt das vietnamesische Viertel in Melbourne rund um die Victoria Road im Stadtteil Richmond. Die belebten Restaurants wie das „Thy Thy 1“ sind einfach, aber gut. Viele Lokale haben keine Lizenz für den Ausschank von Alkohol. Gäste holen sich das Bier oder den Wein dann um die Ecke im Laden.

„In“ ist derzeit das Viertel Southbank, direkt südlich des Yarra Rivers gegenüber der City. Hier wird flaniert, in modernen Hochhäusern gewohnt und in cooler Atmosphäre gegessen – italienisch beispielsweise im „La Camera“, chinesisch im „Red Emporer“.

Klima

Der australische Sommer beginnt im Dezember und dauert bis März. Wegen der Hitze in diesen Monaten sind November und April/Mai als Reisezeit zum Golfspielen zu empfehlen.

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