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BMW i3: Der 2.000.000.000-Euro-Einkaufswagen aus München

BMW i3: Der 2.000.000.000-Euro-Einkaufswagen aus München

„Der BMW i3 kündigt eine neue Ära der individuellen Mobilität bei der BMW Group an“, so Ian Robertson, Vertriebsvorstand des Konzernes bei der zeitgleichen Enthüllung des bayerischen Wunderknaben in Peking, New York und London. Angekündigt hatte bislang vor allem der Konzern selbst – selten wurde bei BMW so offensiv ein Fahrzeug beworben, das es noch gar nicht gab. Auf der IAA (ab 12. 9. in Frankfurt) kann endlich auch das Publikum den Kompakt-Stromer probefahren.

Dass der i3 zuerst in drei Mega-Metropolen die Hüllen fallen ließ, bevor der Heimatmarkt ihn zu sehen bekommt, leuchtet ein: BMW zielt auf die gigantischen Ballungsräume in Übersee und Fernost, wo Elektromobilität ein weitaus heißeres Eisen ist als hierzulande. Und ein Flop darf der Kleine auf keinen Fall werden: Satte zwei Milliarden Euro steckte BMW in die Entwicklung  – das reicht mancherorts für zwei komplette Neuentwicklungen. Viel Geld für ein Fahrzeug, dessen Reichweite sich schon bei der Rückkehr vom Einkaufszentrum dem Ende zuneigt und das für jede gefahrene Stunde locker die doppelte Zeit an der Ladestation pausieren muss.

Das hintere Türchen klappt von vorne auf: Der BMW i3

Das hintere Türchen klappt von vorne auf: Der BMW i3

Tollkühn? Keineswegs. Gerade weil die früher gestartete Konkurrenz – am ehesten ist der Opel Ampera vergleichbar, Tabelle siehe unten – nicht recht vom Fleck kam, machte BMW bei der Entwicklung keine Kompromisse. Alles am i3 basiert auf … auf nichts, er ist „born electric“ (BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer). Sämtliche Komponenten wurden komplett neu entwickelt, die Karosserie aus Carbon, federleichte Materialien im Innenraum, superdünne High-Tech-Sitze, neues Fahrwerk, neue Räder – der BMW i3 ist bei ähnlichem Platzangebot einen halben Meter kürzer und eine halbe Tonne leichter als der Rüsselsheimer Rivale. Das merkt man dann an der Ampel – und bei der Reichweite.

Wenn überhaupt, dann geht’s nur so – indem konsequent der Energiebedarf gesenkt wird  und indem ein Fahrzeug genau auf seine Funktion hin entwickelt wird. Der BMW i3 soll auf kürzeren Strecken Spaß machen, Noblesse zeigen und seinen Zweck erfüllen, und das tut er bravourös. Denn bei allem Starren auf die Reichweite:  Der durchschnittliche Autofahrer fährt eben weltweit pro Tag nur 50 bis 60 Kilometer, in Großstädten oft erheblich weniger. Und wer ganz sicher gehen will, dass auch der spontane Besuch bei Oma in der Nachbarstadt noch drin ist, nimmt sich eben den „Range Extender“ mit an Bord. Der besteht bei BMW aus einem kleinen 2-Zylinder-Benzinmotor und einem Generator, mit dem der Ladestand der Batterie weitere 150 bis 200 Kilometer lang gehalten werden kann. Dann muss der i3 entweder wirklich an die Ladestation – oder an die Tankstelle, um wieder mit sagenhaften neun Litern Benzin vollzutanken.

Futuristisches Interieur: Der BMW i3

Futuristisches Interieur: Der BMW i3

Das reicht für 95 Prozent der Fahrten, die in privaten deutschen Kraftfahrzeugen zurückgelegt werden. Und nein, eine Urlaubslimousine will der bayerische Stromwürfel gar nicht sein. Was nicht heißt, dass seine großen Konzernbrüder nicht von ihm profitieren können. BMW hat sich zumindest in der Carbon-Technologie schon jetzt einen erheblichen Know-How-Vorsprung vor der Konkurrenz gesichert, meint Mobilitäts-Guru Ferdinand Dudenhöffer: „Natürlich geht BMW ein Risiko ein, aber es ist ein Risiko, das sich später auszahlen wird.“ Dudenhöffer meint, dass die ersten Megacitys bald ihre Zentren ganz für Fahrzeuge mit Schadstoffausstoß sperren werden. Spätestens dann werden diejenigen Autobauer triumphieren, die in die Entwicklung der E-Mobilität investiert haben. Da will BMW mit dabei sein und legt deshalb maximales Pathos in das Lob des neuen Konzernlieblings. So sah BMW-Chef Reithofer bei der Enthüllung in New York gleich eine Revolution der Mobilität beginnen: „Große Veränderungen kündigen sich oft klein an. Was der Mobilfunk für die Kommunikation war, ist der Elektroantrieb für die individuelle Mobilität.“

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