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„Auf den Anlagen wird eine erhebliche Wertschöpfung erzielt“

„Auf den Anlagen wird eine erhebliche Wertschöpfung erzielt“

Mecklenburg-Vorpommern setzt wie kein anderes Bundesland auf den Tourismus als Wirtschaftsfaktor. Rüdiger Born ist Präsident des Landes-Golfverbandes MV und damit mitverantwortlich für den großen Erfolg des Golftourismus im Nordosten.

Für Mecklenburg-Vorpommern ist der Tourismus ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Welche Rolle spielt der Golfsport dabei?
Golf ist ein Teil der Tourismuskonzeption, unsere Anlagen und angeschlossenen Hotelbetriebe haben ein Recht darauf. Auf den Anlagen wird eine erhebliche Wertschöpfung erzielt, Arbeitsplätze, auch bei externen Dienstleistern, geschaffen und das Landesimage positiv beeinflusst. Zirka 400.000 Übernachtungen und ein relativ hoher Anteil ausländischer Gäste sind ein Wirtschaftsfaktor und überregionaler Imagefaktor. Diese Sachverhalte, bei nach wie vor bestehenden Vorurteilen, in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und bei Entscheidungsträgern zu platzieren, ist keine einfache Aufgabe.

Wäre es nicht auch ein Ansatz für viele andere Golfclubs in ganz Deutschland, mehr auf den Tourismus zu setzen, als auf das „klassische“ Golfclub-Modell?
Auch künftig werden unterschiedliche Modelle ihre Berechtigung haben. In Ballungsgebieten ist die Situation anders als in Flächenländern. Fakt ist aber, dass sich das Freizeitverhalten in unserer Gesellschaft verändert hat. Das macht es vielen klassischen Clubs nicht einfacher. Grundsätzlich sind Golfanlagen auch Wirtschaftsunternehmen, die kostendeckend arbeiten müssen. Unsere Sportanlagen (Plätze) werden eben nicht durch die Kommune zur Verfügung gestellt. Vorstände und Betreiber müssen bezüglich der Mitgliedergewinnung, entsprechend der regionalen Situation, zeitgemäße Ideen und Wege finden. Als Verband sehen wir uns in der Pflicht, unsere Anlagen tangierend zu unterstützen, und verstehen uns auch als Dienstleister. Unsere sportlichen Aktivitäten in allen Bereichen sind von wirtschaftlich gesunden Anlagen, egal ob klassisch oder betreibergeführt, abhängig. Dass diese Sachverhalte bei manchen Entscheidungsträgern in der Golfszene in den letzten Jahren nicht gesehen wurden, verstehe ich persönlich nicht. Wie in allen anderen Bereichen unserer Gesellschaft müssen veränderte Marktbedingungen und perspektivische Entwicklungen erkannt werden, um erfolgreich zu arbeiten. Dies ist Voraussetzung für eine Akzeptanz und sollte eigener Anspruch sein.

Der Landes-Golfverband Mecklenburg-Vorpommern hat mit seiner Lobbyarbeit einen echten Erfolg gelandet – auf den braunen Schildern neben der Autobahn, die Sehenswürdigkeiten ankündigen, grüßen nun Golfer die Autofahrer. Wie haben Sie es geschafft, die Politik mit ins Boot zu holen, und was können Sie anderen Golfverbänden raten, wie erfolgreiche Lobbyarbeit aussieht?
Grundsätzlich muss jeder Verband, entsprechend seinem Mitgliederauftrag, seinen eigenen Weg finden. Lobbyarbeit heißt, innovativ zu denken, Netzwerke zu knüpfen und oft auch „dicke Bretter“ zu bohren. Hier erfolgreich zu sein, ist ein langer Weg, man muss Rückschläge ertragen können und es macht nicht immer nur Spaß. Auch Politiker und Entscheidungsträger in tangierenden Bereichen (z. B. Landesmarketing) werden sich fundierten Argumenten nicht verschließen können. Nicht zu unterschätzen ist diesbezüglich eine gute Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Wir als Mandatsträger müssen uns schon gelegentlich hinterfragen, welche Motive unsere Arbeit bestimmen und ob wir die berechtigten Forderungen unserer Mitglieder und Beitragszahler tatsächlich erfüllen. Die gelegentlich geäußerte Kritik an den Landes-Golfverbänden halte ich, zumindest in weiten Teilbereichen, für unbegründet. Unser Verband wird auch künftig eine grundsätzlich kooperative Zusammenarbeit mit dem DGV als Spitzenverband praktizieren. Eine eigene Identität und Anspruch sind uns schon wichtig! Das große, gemeinsame Ziel sollte es sein, dem Golfsport ein positives, familienfreundliches und grundsätzlich attraktives Image zu verleihen.

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