Andermatt Swiss Alps: Gebirgsträume aus Tausendundeiner Nacht | GOLFaktuell

Select Page

Andermatt Swiss Alps: Gebirgsträume aus Tausendundeiner Nacht

Andermatt Swiss Alps: Gebirgsträume aus Tausendundeiner Nacht

Kennen Sie Andermatt? Noch nie gehört? Das wird sich in Zukunft sicher ändern. Hier oben, im Kanton Uri in der Zentralschweiz, hat vor zehn Jahren das wohl ambitionierteste und größte Bauprojekt im Alpenraum seinen Anfang genommen. Was es dazu brauchte? Einen Ägypter, viel Durchsetzungsvermögen und den Glauben an ein Zukunftsprojekt, das seinesgleichen sucht.

Eigentlich liegt Andermatt verkehrstechnisch perfekt. Besucher aus dem Norden, also aus Zürich oder Luzern, kommen über Göschenen und die Teufelsbrücke in den Ort. Von Westen, also aus Mailand und dem Vallis, erreichen Besucher Andermatt über den Realp-Pass und von Osten, aus Graubünden, über den Oberalppass. Jahrhunderte war das so, bis 1882 der Gotthard-Eisenbahntunnel öffnete und den Ort in eine tiefe Depression stürzte. Doch dann kam das Militär. Seit 1885 ist Andermatt Waffenplatz und war als Zentrum der Alpenfestung im Gotthardmassiv Jahrzehnte einer der wichtigsten Standorte des Schweizer Militärs. Mit dem Ende des Kalten Krieges kam auch das Ende des Wohlstandes im kleinen Ort. Die Jungen zogen weg, die Alten blieben. Hotels, Gaststätten, touristische Einrichtungen, so es sie überhaupt gab, veralteten oder schlossen ganz. Zwei Mal also stand Andermatt vor dem Nichts – bis der Ägypter Samih Sawiris den Fleck für sich entdeckte.

Masterplan für Andermatt

Masterplan für Andermatt

Mega-Plan für Andermatt

Der koptische Christ Sawiris kam 2005 zum ersten Mal nach Andermatt. Kritisch beäugt von den Einheimischen schwebte er per Helikopter ins Tal, um sich selbst ein Bild von dessen wilder Schönheit zu machen – und war begeistert. Sawiris, reich geworden durch Projekte am Schwarzen Meer, hatte den Tipp, sich mal in Andermatt umzusehen, von einem ehemaligen Schweizer Botschafter in Kairo bekommen. Eine Million Quadratmeter wolle er haben für ein Resort mit Golfplatz, sechs Hotels, 42 Apartmenthäusern, 28 Villen, einem Hallenbad und Kongresseinrichtungen, dafür knapp zwei Milliarden Schweizer Franken verbauen – und die Leute schüttelten nur ungläubig den Kopf. Sehr kritisch hat man dem Ganzen damals gegenübergestanden – heute jedoch hat sich die Einstellung der meisten Leute grundlegend gewandelt.

The Chedi Andermatt (Reto Guntli)

The Chedi Andermatt (Reto Guntli)

Zwischenstand: Diskreter Luxus

Die erste Bauphase ist mittlerweile fast abgeschlossen, bis Ende 2016 waren bereits 730 Mio. Franken verbaut. Zunächst entstand an der Stelle des ehemaligen Grandhotels Bellevue das Fünf-Sterne-Luxushotel The Chedi Andermatt. Das Hotel der asiatischen Chedi-Gruppe ist ein Alpenpalast, der seinesgleichen sucht. Alles hier ist Luxus: die Restaurants (die selbstverständlich Hauben haben), die Inneneinrichtung, das Spa, die Zimmer, alles. Hier wurde nur das Beste vom Besten verbaut – gleichzeitig jedoch auf die typische Schweizer Diskretion und Understatement Wert gelegt. Das Chedi ist kein Protz-Tempel á la Emirates Palace – nein: diskreter Luxus und ein Fest für die Augen. Nachdem das Hotel stand, folgten mehrere Appartmenthäuser im selben Stil direkt neben dem Hotel – mit optionaler Nutzung der Annehmlichkeiten des Hotels.

Neuer Ortsteil: Autofrei

Parallel wurde am nördlichen Ortseingang ein komplett neuer Ortsteil erschaffen. Zunächst musste meterweise durch Schießübungen kontaminierte Erde abgetragen werden. Danach wurde, als erste Baumaßnahme, eine Rampe geschaffen, in der sich später diverse Parkhäuser verbergen werden – Andermatt-Reuss, wie der neue Ortsteil heißen soll, wird komplett autofrei sein. Auf dieser Rampe entstehen im Moment, neben den bereits fertigen Apartmenthäusern, ein Radisson-Hotel, die Gotthard-Residences sowie weitere Häuser mit Luxus-Appartements. Die Gebäude, allesamt aus der Feder namhafter Architekturbüros, tragen so klingende Namen wie Steinadler, Gemse, Hirsch oder Schneefalke. Die zum Verkauf stehenden Wohnungen spiegeln allesamt den Premium-Anspruch wider, dem das gesamte Resort genügen möchte. Von klassischer, Schweizer Chalet-Architektur bis hin zu hypermodern-reduziert ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wenn der erste Bauabschnitt im Winter diesen Jahres beendet sein wird, ist auch erstmal der Baulärm Geschichte, der im Moment zugegebenermaßen noch über dem neuen Ortsteil hängt.

Skigebiet: Neu belebt

Was Sawiris vor zehn Jahren unterschätzt hatte, war die Wichtigkeit des Skisports für seine potenziellen Kunden. Das Skigebiet am Gemsstock gilt unter Freeridern weltweit schon lange als heißer Tipp und richtet sich eher an den ambitionierten Fahrer. Hier wurde bislang in einen neuen Lift investiert. Der Gemsstock ist bis weit in den Mai geöffnet, während unten schon wieder Golf gespielt wird. Das zweite Gebiet aber, Gütsch, schlief einen tiefen Dornröschenschlaf – bis zur letzten Saison. Zwar war das Skigebiet Andermatt mit der Bahn ganz romantisch mit dem Gebiet Sedrun verbunden, ab kommender Saison ist dies jedoch, zunächst in eine Richtung, mit Skiern möglich. Einige neue, hochmoderne Bahnen verbinden ab der Saison 2017/18 Andermatt und Sedrun und erschließen so eines der größten Skigebiete der Zentralschweiz. Die Schweizer Skilegende Bernhard Russi, selbst waschechter Andermatter, gab dem neuen Skigebiet seine Handschrift.

Andermatt Swiss Alps (Foto: Susy Mezzanotte)

Andermatt Swiss Alps (Foto: Susy Mezzanotte)

Golf-Erlebnis rund um den Meisterschaftsplatz Andermatt Swiss Alps

Wenn ein solches Projekt funktionieren soll, muss das ganze Jahr über etwas geboten sein – und das tut Andermatt. Erst 2016 hat der 18-Loch-Meisterschaftsplatz Andermatt Swiss Alps offiziell seine Pforten geöffnet – und bereits 2017 wurde er zum besten Platz der Schweiz gewählt. Der bekannte deutsche Architekt Kurt Rossknecht hat einen Platz geschaffen, der locker für Höheres bestimmt ist. Im Großen und Ganzen verlaufen die Bahnen in der Ebene, lediglich an den Löchern 3 bis 6 wähnt man sich der Geländeform nach im Hochgebirge. Da geht es mal rauf, mal runter. Da hat man an der 3 einen blinden Abschlag und an der 6 in ein etwas steileres Tal zu spielen – aber macht das denn nicht den Reiz aus? Eben. Der Platz hat wirklich alles. Er ist lang, an acht Bahnen kommt Wasser ins Spiel und die ganze Zeit fasziniert das Bergpanorama. Da im Tal meistens ein ordentlicher Wind weht, erinnern einige Bahnen gar an schottische Linksplätze – kurzum: ein Must-Play!

Andermatt Swiss Alps (Foto: Susy Mezzanotte)

Das findet auch Golf-Direktor Patrick Widmer. Der Schweizer hat bereits weltweit Golfplätze gemanagt und ist nun verantwortlich für den Erfolg in Andermatt. „Das Problem ist, dass wir hier oben im Grunde nur vier Monate Saison haben. Deshalb werden wir nie viel Geld mit dem Golfplatz verdienen können. Wir möchten unseren Gästen aber nicht nur eine Golfrunde, sondern einen Golferlebnistag anbieten. Deshalb stehen wir für Klasse, statt Masse.“ Und das sieht man an jeder Ecke: Leih-Trolleys von TiCad, Golfwagen von Garia, Leihsets von TaylorMade – alles nagelneu und in ausreichender Zahl vorhanden, ist ja klar. Dazu ein Clubhaus, das von den Chedi-Architekten gestaltet wurde und in dem alles, wirklich alles vom Feinsten ist – nicht nur die Einrichtung sondern auch das Essen, welches serviert wird.

Golfplatz Realp

Golfplatz Realp

Golf-Partnerschaften

Patrick Widmer ist es gelungen, die Golfplätz der Region mit ins Boot zu holen und so seinen Gästen attraktive Golferlebnisse anbieten zu können. Zehn Minuten Richtung Osten findet sich eine urige Alternative zum schicken Championship-Platz in Andermatt. Die Anlage des GC Andermatt Realp ist genau so, wie man sich Golf im Hochgebirge vorstellt: in unverfälschter Natur, mit atemberaubenden Ausblicken – und es geht rauf und runter. Wer die neun Löcher gegangen ist, weiß, was er oder sie getan hat. Im Moment ist es nicht möglich, den Platz zu fahren – das ändert sich aber demnächst, wenn er entsprechend umgebaut wird.

Die Plätze

Andermatt Swiss Alps Golfcourse
Design: Kurt Rossknecht
18 Loch, Par 72, 5.843 m
GF: 80 – 160 Schweizer Franken
www.andermatt-golf.ch

Golf Club Gotthard Realp
9 Loch, Par 64, 3.754 m
GF: 80 (18 Loch) bzw. 50 Schweizer Franken (9 Loch)
www.golf-gotthard.ch

Golf Club Sedrun
Design: Peter Harradine
9 Loch, Par 72, 5.105 m
GF: 80 (18 Loch) bzw. 50 Schweizer Franken (9 Loch)
www.golfclub-sedrun.ch

Golfplatz Sedrun

Golfplatz Sedrun

Verlässt man Andermatt hingegen in Richtung Osten, führt der Oberalppass durch zauberhaftes Hochgebirge bis nach Sedrun in Graubünden. Hier versteckt sich, kurz vor dem Ortseingang unterhalb der Passstraße, ein kleines Juwel: der Golfclub Sedrun. Die neun Löcher von Peter Harradine sind eine Mischung aus den Plätzen in Andermatt und Realp. Ambitionierte Golfer finden hier einen richtig erwachsenen Golfplatz mit langen, flachen Löchern ebenso wie kurzen, steilen – und mit einem grandiosen Finale: dem Schlag über den jungen Rhein, der hier, ganz in der Nähe, entspringt.

Immobilien für die Zukunft

Was soll man nun zu dieser Region sagen? Für das Dorf ist die Ankunft und das Engagement von Samih Sawiris ein Sechser im Lotto. Sie brachte Arbeit, Geld, Zukunft. Aus einem kontaminierten Stück Boden erwuchs einer der besten Golfplätze der Alpen, und wer das nötige Kleingeld hat, kann hier eine wunderbare Wohnung oder ein beeindruckendes Chalet erwerben und Teil der Geschichte Andermatts werden.

Aparment im „Schneefalke“

Aparment im „Schneefalke“

Denn einen weiteren Vorteil hat der Ort: Hier dürfen Ausländer Grund und Boden erwerben, zudem gilt die sogenannte Lex Koller nicht; dieses Gesetz beschränkt den Anteil an Zweitwohnsitzen in den Schweizer Gemeinden. Und wer nicht gleich kaufen möchte, findet im The Chedi ein Hideaway vor, das im Alpenraum seinesgleichen sucht.

Markus von Bentzel

 

Eine Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Die nächste GOLFaktuell

Erscheinungstermin23. März 2018
4 months to go.

Kleinanzeige

Ein besseres Handicap
kannst Du nicht im Proshop kaufen!
Golfkurse mit Erfolgsrezept gibt's hier:
www.golfrebell.com

Golfgezwitscher

Der Kult-Kalender!

Profilbild GOLFaktuell
1026 Likes

Letzte Beiträge auf Facebook:

Post
23.10.2017 10:20

Europas Golfmarkt: Leichte Erholung https://t.co/3hx6WZvcW3 via @Achminow - Zum Link | Zum Post

Post
23.10.2017 09:51

- Zum Link | Zum Post

Post
19.10.2017 20:34

- Zum Link | Zum Post

Post
18.10.2017 19:23

- Zum Link | Zum Post

Plugin von HootProof.de

GOLFaktuell
Newsletter

Direkt von der Redaktion, alle vierzehn Tage, aktuell und amüsant.

Das hat geklapp!

Pin It on Pinterest

Share This